In den letzten Tagen habe ich festgestellt, dass viele gar nicht wissen wie die Internetsperre funktioniert. Nicht jeder beschäftigt sich intensiv mit der Materie Computer. Sie arbeiten einfach nur damit. Leider hat von diesen auch kaum jemand nachgefragt. Unter dem Aspekt Kinder zu schützen waren viele bereit es einfach hinzunehmen, anstatt auch mal zu fragen wie es eigentlich funktioniert. Das Ziel Kinderpornographie im Internet zu sperren wird ja erreicht. Aber wie geht das denn nun? Um das ganze nachzuvollziehen müssen wir erstmal verstehen wie es bisher läuft, wenn wir eine Website aufrufen.
Wenn wir eine URL in der Adressleiste eingeben, findet eine Namensauflösung statt. Namensauflösung? Ja, ganz einfach. Jeder Rechner hat eine IP-Adresse unter welcher er erreichbar ist. Nur können wir uns nicht ganz so gut Zahlen merken. Wir haben da lieber Texte, daher gibt es die URL. Wenn wir also eine URL eingegeben haben, schaut der Computer bei einem DNS-Server nach, welche IP-Adresse zu dieser gehört.
google.de --> 74.125.77.104
Dann sendet er seine Anfrage an die IP-Adresse und baut die Verbindung zu diesem Computer auf. Danach erscheint auch schon die Website.
Wo setzt jetzt die Internetsperre an? Ganz einfach, bei der Namensauflösung. Wie geben wieder eine URL in die Adressleiste ein und der Prozess beginnt von vorne. Nur dieses Mal haben wir eine gesperrte URL verwendet. Nun liefert uns der DNS-Server nicht mehr die eigentliche IP-Adresse unseres wahren Ziels, sondern die IP-Adresse des lustigen roten Stop-Schilds.
url-mit-strafbarem-inhalt.de -> Stop-Schild
Damit geht unsere Anfrage an den Computer des Stop-Schilds und dieses erscheint im Browser. Kein Hexenwerk und es ist wirklich ein einfaches Prinzip.
Leider ist der brisante Inhalt weiterhin im Internet erreichbar! Man schaut lediglich nicht mehr hin bzw. jemand steht davor und sagt: „Da ist was schlimmes!“. Das Ziel, die Website nicht aufrufen zu können, ist erreicht. Zumindestens kurzfristig.
Wie? Kommt man trotzdem an die Website? Ja. Man nimmt einfach einen anderen DNS-Server, welcher nicht diese Sperrlisten pflegt. Dazu gehören zum Beispiel die DNS-Server der Universitäten sowie von kleineren Providern. Evtentuell nimmt man auch einfach einen DNS-Server aus einem anderen Land. Es gibt davon ziemlich viele und wir haben somit eine angenehme Auswahl.
Einen davon einzutragen dauert nur ein paar Sekunden und dazu muss man nicht wirklich Technik afin sein. Somit kann man auch wieder alle gesperrten Seiten aufrufen.
Na gut, hier noch ein kurzes Video ein wie man den DNS-Server ändert bzw. einen einträgt.
Wie gut dieses Sperr-Verfahren ist, sollte nun jeder für sich selbst entscheiden.
Zum guten Schluss noch die Sendung mit der Maus! Zwar schon etwas älter, aber eine sehr gelungene Variante das Internet zu erklären. Man muss es einfach mal gesehen haben und außerdem wird das ganze Spektakel von oben nochmal gezeigt.
13. Oktober 2009 um 11:33 Uhr
Das ist das übliche Problem, meiner Meinung nach, gegen Laien wird die Sperre helfen, aber, wer sich auch nur ein wenig damit beschäftigt, findet relativ schnell Anleitungen die Sperre zu umgehen.
Also was hilft die Sperre dann?!
10. Dezember 2009 um 13:21 Uhr
@Alex Es geht nicht um die Sperre an sich, sondern darum mehr Daten sammeln zu können… Das ist eben auch diese Unsinnigkeit, das die Politik die Sperre als Maßnahme zum direkten Schutz verkauft. Möglicherweise können sie mit Hilfte der Daten und intelligenter Auswertung wirklich was bewegen, aber versuche mal das einem Laien zu erklären, da ist die Ausrede des Schutzes vor Kinderp. viel einfacher zu verargumentieren…